Der im Blog beschriebene und empfohlene Messumfang wird vom Autor Wolfgang Dusek (WD) seit etwa 1995 bei Kindern mit Lese- Schreibstörung angewandt. Im Laufe der Jahre wurden geringfügige Änderungen und Adaptierungen vorgenommen, Messungen verbessert, andere weggelassen. Der folgend beschriebene Ablauf wurde in der gleichen Vorgangsweise für alle folgenden Studien vom Autor WD angewandt. Der Messumfang wurde von der Ethikkommission in Großbritannien überprüft und für alle Studien zugelassen. Weiters wurde dieser Messablauf vor Einreichung der Studien vom Research Office University of Ulster und nach jeweiliger Einreichung der Studien von anderen Wissenschaftlern anderer Universitäten geprüft (Peer-Review-Prozess zur Sicherung der Qualität wissenschaftlicher Arbeiten) und die Studien im Wissenschaftsjournal BioMedCentral Ophthalmology oder NPG Eye veröffentlicht.
Warum ist diese Bemerkung wichtig?
Die Einreichung der Studien zur Bewilligung durch die Ethikkommission war keine Hürde oder Behinderung sondern es wurde vielmehr sichergestellt, welch besonderer Schutz vor unnötig durchgeführten Untersuchungen Kindern zugedacht ist. Bei Kindern mit Lesestörung wurde eine noch höhere Sicherheitsstufe angewandt, jede einzelne Messung musste begründet werden. Für einige heikle Studien, wie zum Beispiel die Evaluierung des Augendrucks bei Kindern, wurde die Anzahl der Studienteilnehmer begrenzt. Die Anwendung dieses Messablaufs stellt sicher, dass jede einzelne Messung wissenschaftlich begründet und bestätigt wurde. Keine der Messungen ist neu oder wurde erst vor kurzer Zeit erfunden, für alle zu prüfenden Bereiche des Sehsystems gibt es bereits ausführliche Beschreibungen in zahlreichen Lehrbüchern. Allerdings sind diverse beschriebene Messungen aus Lehrbüchern eher theoretischer Natur, die tatsächliche Anwendung bei Kindern, noch dazu mit Lesestörung und/oder mit Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist nicht praxistauglich. Versuchen Sie einmal eine Messung der relativen positiven Vergenz mit der genauen Angabe von „blur point“, „break-point“ und „recovery point“ mit dem Phoropter bei einem 8-jährigen Kind mit ADHS zu messen, dann werden Sie verstehen was gemeint ist. Viele in Lehrbüchern oder manchen Studien beschriebe Messungen sind, so hat es den Anschein, mit Studenten durchgeführt worden aber nicht mit Grundschulkinder.
Die Anforderung an eine aussagekräftige und kindergerechte Messung ist eigentlich
einfach:
a) Jede einzelne Messung sollte so simpel wie möglich und nur mit so viel komplexer
Technik wie notwendig durchgeführt werden.
b) Bei jeder Messung sollte eine klare Fragestellung zu einer klaren Antwort führen, gegebenfalls mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten.
c) Möglichst jede Messung sollte einerseits vom Kind subjektiv bestätigt werden
und zusätzlich, nach Möglichkeit, die gegebene Antwort objektiv durch die Prüfperson
kontrolliert werden können.
d) Jede Messung sollte möglichst rasch durchzuführen sein.
e) Jeder Messumfang sollte auch Messungen enthalten die Spaß machen.
f) Die Eltern bzw. die Mutter des Kindes sollte während der Messung anwesend
sein.
Der vollständige Messumfang wird im Blog beschrieben!